Reitzle gerät wegen geplanten Villen-Kaufs unter Druck - DER SPIEGEL
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Reitzle gerät wegen geplanten Villen-Kaufs unter Druck

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wolfgang Reitzle, der Vorstandsvorsitzende von Linde, gerät wegen des geplanten Kaufs einer Villa unter Druck. Einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL zufolge prüft die Staatsanwaltschaft München, ob gegen den Linde-Chef ein Anfangsverdacht wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr (Paragraf 299 des Strafgesetzbuches) besteht. Der Vorstandschef von Linde wollte im vergangenen Jahr in München-Bogenhausen eine Villa für 7,8 Millionen Euro erwerben. Den Preis sollte sein Unternehmen zahlen. Sowohl Reitzle als auch der Aufsichtsratsvorsitzende von Linde, Manfred Schneider, bestätigten dem SPIEGEL, der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden sehe vor, dass das Unternehmen ihm ein Wohnhaus zur Verfügung stellt. Linde hat bereits 2002 in Wiesbaden, dem damaligen Sitz der Konzernzentrale von Linde, eine Villa für Reitzle gekauft. Der Verkäufer der Villa in München-Bogenhausen, Immobilienunternehmer Christian Krawinkel, erklärt, Reitzle habe vorgeschlagen, das Haus "optisch" billiger zu machen. Krawinkel sollte das Haus zu etwa fünf Millionen verkaufen und gleichzeitig den Bau der neuen Hauptverwaltung für Linde in München betreuen können. Aus diesem Auftrag solle Krawinkel "die Kaufpreisdifferenz zufließen". Reitzle erklärt dazu gegenüber dem SPIEGEL: "Es war Herr Krawinkel, der die Idee aufbrachte, den Preis des Wohnhauses dann reduzieren zu wollen, wenn er die Beauftragung für den Bau der Firmenzentrale erhalten würde." Er selbst habe Manipulationen am Kaufpreis "weder vorgeschlagen noch vereinbart".