Freigekaufte Afghanistan-Geisel von deutscher Staatsanwaltschaft gesucht
Der Fall des in Afghanistan entführten Deutschen Norbert W. bringt die deutschen Diplomaten in Verlegenheit. Zwar wurde W. am Donnerstag vergangener Woche gegen ein Lösegeld von 40 000 Dollar freigelassen, in Deutschland wird der Ingenieur aber von der Staatsanwaltschaft Osnabrück gesucht. Wegen ausstehender Unterhaltszahlungen ist er zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben. Die Diplomaten, die W. nach der Freilassung in der deutschen Botschaft in Kabul betreuten, wussten von dessen Konflikt mit der Justiz nichts und empfahlen ihm die Heimreise zur weitergehenden medizinischen Betreuung. Hintergründe der Entführung, die auf einer Straße im Südwesten des Landes stattfand, sind nach Vermutung afghanischer Behörden eventuell auch offene Gehaltsforderungen von afghanischen Arbeitern, die mit W. an einem Straßenbauprojekt beteiligt waren. Das Lösegeld wurde nicht von der Bundesregierung, sondern offenbar von W.s Firma beglichen.