Bahnchef droht Lokführer-Gewerkschaft mit Schadensersatzklagen
Bahnchef Hartmut Mehdorn hat der Lokführer-Gewerkschaft GDL mit einer Schadensersatzklage gedroht, sollte sie nächste Woche zum Arbeitskampf aufrufen. "Wenn durch illegale Aktionen der Bahn ein Millionenschaden entsteht, dann wollen wir den ersetzt haben", sagte Mehdorn in einem Gespräch mit dem Nachrichten- Magazin DER SPIEGEL. "Bereits jetzt gehen uns täglich Einnahmen in Millionenhöhe verloren." Weiter drohte Mehdorn streikenden Lokführern mit Disziplinarmaßnahmen, sollten sie bei ihren Aktionen die Sicherheit des Bahnbetriebs gefährden. "Wer seinen Zug auf freier Strecke stehenlässt , wie es einige Lokführer bei ihren jüngsten Warnstreiks getan haben, gefährdet alle", warnte der Bahnchef. "Wir werden Lokführer, die unverantwortlich handeln, sofort vom Dienst suspendieren." Um den Streik zu unterlaufen, kündigte Mehdorn zugleich ein Sonderausbildungsprogramm für Bewerber in- und außerhalb des Unternehmens an. "Das soll uns möglichst rasch zusätzliches Fahrpersonal bringen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bahn AG. In der Auseinandersetzung um das zuletzt von der Bundesregierung beschlossene Privatisierungsgesetz griff Mehdorn zudem den hessischen Verkehrsminister Alois Riehl scharf an. Politiker wie Riehl wollten den Leuten weismachen, das bei einer Privatisierung der Bahn "das Schienennetz verkommen und eine Vielzahl von Strecken stillgelegt würden", sagte der Bahnchef. "Da werden wider besseres Wissen aus politischem Kalkül Unwahrheiten in die Welt gesetzt."