Korruptions-Skandal Siemens zahlt 19,7 Millionen Euro Schmiergeld für Kraftwerksprojekt
Hamburg - Interne Dokumente legen nach Informationen des SPIEGEL den Verdacht nahe, dass auch im Zusammenhang mit einem Kraftwerksbau in Indonesien Schmiergelder in Höhe von fast 20 Millionen Euro geflossen sein könnten gespeist aus einem geheimen Depot in Liechtenstein. Gemeinsam mit einem britischen und einem indonesischen Partner sollte Siemens Ende der Neunziger ein 1200-Megawatt-Kohlekraftwerk unter dem Namen "Paiton II" im Osten der Insel Java bauen und betreiben.
Der Vertrag mit einem Wert von 1,2 Milliarden Dollar war im April 1995 unter den Augen des damaligen Kanzlers Helmut Kohl und des indonesischen Diktators Suharto unterzeichnet worden. Ein mit dem Projekt vertrauter hochrangiger indonesischer Strommanager hatte den Kontrakt im Jahr 1998 als Auswuchs der korrupten Gebräuche des Suharto-Clans bezeichnet. Die Firma eines Suharto- Sohns hatte 15 Prozent an der Betreibergesellschaft des Kraftwerks erhalten. Siemens-Manager hatten seinerzeit beteuert, bei dem Bau sei alles korrekt gelaufen.
Jetzt sind Unterlagen aufgetaucht, die an diesen Aussagen zweifeln lassen. Zwischen Februar 1998 und Dezember 1999 flossen aus der Siemens-Kasse rund 19,7 Millionen Euro auf das Konto 220030 bei der Neuen Bank in Vaduz Verwendungszweck: "Neutrale Zahlung". Intern wurden die 15 Überweisungen jedoch unter "Paiton Indonesien" verbucht. Siemens wollte sich mit Blick auf die laufenden Verfahren dazu nicht äußern.