ElBaradei: "Letzte Chance für Teheran" - DER SPIEGEL
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ElBaradei: "Letzte Chance für Teheran"

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Der Chef der Uno-Waffenkontrolleure Mohamed ElBaradei setzt große Hoffnungen auf eine neue Vereinbarung zwischen der von ihm geleiteten Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) und Iran – spricht aber gleichzeitig von der "vielleicht letzten Chance", die Teheran nicht verstreichen lassen dürfe. Zum ersten Mal habe sich die Uno-Behörde jetzt mit der Führung der Islamischen Republik auf eine "Roadmap" gegen die Bombe einigen können, auf einen klar umgrenzten Zeitplan zur Klärung ausstehender Fragen, sagt der oberste Waffenkontrolleur und Friedensnobelpreisträger dem SPIEGEL: "Bis November, spätestens Dezember müssten wir sehen können, ob Teheran seine gegebenen Versprechen einhält." ElBaradei plädierte dafür, in dieser "Probezeit" für Iran die Uno-Sanktionen nicht zu verschärfen, wie von der Bush-Regierung offensichtlich angestrebt. Der oberste Waffenkontrolleur der Vereinten Nationen warnt eindringlich vor einem amerikanischen oder israelischen Militärschlag. "Vielleicht könnte ein Großteil der iranischen Anlagen wirklich zerstört werden", sagt ElBaradei dem SPIEGEL. "Aber so etwas würde einen furchtbaren Flächenbrand in der Region auslösen und mit Sicherheit die Kreise stärken, die für den Bau einer Atombombe sind." Seine größte Sorge aber sei, dass Terroristen sich auf dem nuklearen Schwarzmarkt eine "schmutzige" Bombe beschaffen könnten. "Manchmal denke ich, es ist ein Wunder, dass das noch nicht passiert ist. Und bete, dass es so bleibt."