Versäumnisse der Uni Hannover erleichterten käufliche Promotionen - DER SPIEGEL
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Versäumnisse der Uni Hannover erleichterten käufliche Promotionen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Juristen, denen der in der vergangenen Woche verhaftete ehemalige Jura-Professor Thomas A. womöglich illegal zum Doktortitel verholfen hat, brauchen nicht zu fürchten, dass ihnen die Promotion nachträglich aberkannt wird. Die Leibniz Universität Hannover hatte es jahrelang versäumt, eine Empfehlung des Deutschen Hochschulverbands gegen käufliche Promotionen umzusetzen. Darin war vorgesehen, dass angehende Doktoren eidesstattlich versichern, weder die Hilfe eines Promotionsberaters in Anspruch genommen noch Dritten im Zusammenhang mit der Arbeit Geld gegeben zu haben. Diese Regelung sei aber erst im Dezember 2004 in die Promotionsordnung aufgenommen worden – nachdem die mutmaßlichen Machenschaften des Hochschullehrers aufgefallen waren, bestätigt eine Sprecherin der Universität. Die Staatsanwaltschaft Hannover wirft Thomas A. vor, bis Ende 2004 insgesamt 69 Juristen trotz unzureichender Noten Zugang zur Promotion verschafft zu haben; 12 Anwälte und ein Richter erlangten so ihren Abschluss. Der Professor soll für seine Hilfe insgesamt 184 000 Euro kassiert haben. Außerdem soll er drei Studentinnen für "sexuelles Entgegenkommen" bessere Noten versprochen oder gegeben haben.