Kanzlerin plant diplomatische Offensive für Klimaschutz
Die Bundesregierung plant eine neue diplomatische Offensive in Sachen Klimaschutz. Im Rahmen ihres Treffens mit anderen Staats- und Regierungschefs in New York will Kanzlerin Angela Merkel in der kommenden Woche die US-Regierung von Präsident George W. Bush an ihre Zusage erinnern, intensiv an einem neuen internationalen Uno-Klimaschutzabkommen mitzuarbeiten. In der Bundesregierung herrscht die Sorge, dass Bush versuchen könnte, einen Parallel-Prozess zu den im Dezember in Bali beginnenden Uno-Verhandlungen zu organisieren. Der US-Präsident hoffe offenbar auf eine "Untertunnelung", heißt es in Berlin. Misstrauen erregt vor allem die von Bush initiierte Konferenz, die am 27. und 28. September in Washington tagt. Bei dem Treffen wollen die Amerikaner mit Vertretern von 15 anderen Staaten über Maßnahmen gegen den Klimawandel beraten und womöglich, so die Bedenken in Berlin, nur unverbindliche Regelungen diskutieren. Zwar beteuert die US-Regierung, das Treffen solle den Uno-Prozess ergänzen. Doch in der Bundesregierung traut man diesen Zusagen nicht. So war Washington erst nach heftigem Drängen von Deutschland und anderen EU-Regierungen bereit, die Teilnahme von Politikern mit Ministerrang zu akzeptieren. Für die Bundesregierung soll Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) nach Washington reisen.