Zahl der geschleusten Iraker verfünffacht
In der ersten Jahreshälfte hat sich die Zahl der geschleusten Iraker, die in Deutschland aufgegriffen wurden, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verfünffacht. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums stieg die Zahl von 78 auf 389. Außerdem entdeckten Polizisten in der Bundesrepublik weitere 342 Iraker ohne Einreisepapiere. Gleichzeitig stieg die Zahl der Asylerstanträge von Irakern im August auf 706 gut dreimal so viel wie im Vorjahresmonat. Als Grund gilt eine Lockerung der Asylpolitik in Irak-Fällen. So ist die Anerkennungsquote im laufenden Jahr auf rund zwei Drittel gestiegen 2006 lag sie nur bei rund acht Prozent. Zudem hat die Bundesregierung angesichts der desolaten Sicherheitslage im Irak weitgehend die Praxis gestoppt, Irakern in Deutschland ihren Asylstatus wieder abzuerkennen. Zuvor hatten die Ausländerbehörden fast 20 000 Asylanerkennungen widerrufen mit der Begründung, nach dem Sturz des Saddam-Regimes sei der Verfolgungsgrund entfallen. Um die Zahl der Schleusungen aus dem Irak zu verringern, fordert der CDU-Innenexperte Reinhard Grindel die Bundesregierung auf, Italien und Griechenland zu einem besseren Schutz ihrer Außengrenzen anzuhalten. Dazu müsse auch darüber nachgedacht werden, Bundespolizisten in internationalen Teams an die südlichen Länder auszuleihen.