Fragwürdige Gutachten beim Hamburger Orient-Institut - DER SPIEGEL
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Fragwürdige Gutachten beim Hamburger Orient-Institut

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Tausende Gutachten, die von Gerichten beim Deutschen Orient-Institut (DOI) in Hamburg angefordert wurden, sind möglicherweise mangelhaft und ohne jede fachliche Grundlage. Auf Basis dieser Gutachten seien unter anderem "Asylbegehren abschlägig beschieden" worden, so die Berliner Rechtsanwältin Andrea Würdinger. Verfasst wurden die Expertisen von dem Hamburger Rechtsanwalt Uwe Brocks, einem Fachanwalt für Medizinrecht. Seit Anfang der neunziger Jahre firmierte er als "freier Mitarbeiter" am DOI und war "berechtigt", in dessen Namen "gutachterliche Stellungnahmen abzugeben", wie es in einem Schreiben des ehemaligen Institutsdirektors Udo Steinbach heißt. Dabei verfüge Brocks über "keine einschlägige wissenschaftliche Ausbildung", kritisiert der Flüchtlingshilfeverein Pro Asyl, sein Wirken grenze "mehr an Scharlatanerie als an Wissenschaft". Brocks weist die Vorwürfe zurück: "Ein Sachverständiger braucht keine Qualifikation, er braucht Kenntnisse", und diese habe er sich in jahrelanger Arbeit erworben. Ex-Institutsdirektor Steinbach gab an, jedes Gutachten, zumindest im Kern, überprüft zu haben. Die Honorare, über die Jahre mehrere hunderttausend Euro, habe der Anwalt jedoch allein kassiert. Das Orient-Institut erwägt deshalb rechtliche Schritte gegen Steinbach, der jetzt das Institut für Nahost-Studien leitet.