Merkel will Bushs Hilfe für deutschen Sitz im Uno-Sicherheitsrat
Bundeskanzlerin Angela Merkel will bei ihrem nächsten Treffen mit US-Präsident George W. Bush die Chancen für einen deutschen Sitz im Uno- Sicherheitsrat ausloten. Merkel sieht, anders als ihr Vorgänger Gerhard Schröder, nur mit amerikanischer Unterstützung eine Chance, den deutschen Anspruch durchzusetzen. Sie will das Thema Anfang November bei ihrem Besuch auf Bushs Ranch im texanischen Crawford ansprechen. Bush hat sich bisher lediglich dafür ausgesprochen, Japan und "einige andere Länder" in das höchste Uno-Gremium aufzunehmen. Merkel will das Thema Uno-Reform nun zur Chefsache machen und offensiv um die Unterstützung Washingtons werben. SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier wäre so eine wichtige Möglichkeit zur Profilierung verbaut. Dabei hatten sich in der Vergangenheit vor allem Unionspolitiker wie Innenminister Wolfgang Schäuble gegen einen deutschen Sitz im Sicherheitsrat ausgesprochen und stattdessen einen europäischen Sitz propagiert. Dem europäischen Modell werden aber im Kanzleramt angesichts der Konflikte innerhalb der EU keine Chancen eingeräumt. Man habe allerdings registriert, dass Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon einen neuen Anlauf für eine Modernisierung der Uno unternehmen wolle. Deshalb sei es wichtig, frühzeitig Ansprüche anzumelden. Merkel will auch mit dem italienischen Regierungschef Romano Prodi über die deutsche Bewerbung reden. Italien gehört zu den entschiedensten Gegnern der deutschen Ansprüche.