Bundesregierung in Afghanistan bei gescheitertem Geiselaustausch geblufft - DER SPIEGEL
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Bundesregierung in Afghanistan bei gescheitertem Geiselaustausch geblufft

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In Afghanistan ist die Bundesregierung bei der gescheiterten Freilassung des vor rund zwei Monaten entführten Deutschen Rudolf B., 62, von den Geiselnehmern offenbar geblufft worden. Für Mittwochnachmittag vergangener Woche hatten afghanische Unterhändler mit der Kidnappergruppe um den lokalen Kommandeur Mullah Nissam vereinbart, die deutsche Geisel gegen den bereits seit längerem festgesetzten Vater des Entführers auszutauschen. Als die beiden Wagen des Roten Kreuzes an der vereinbarten Talsohle in der Provinz Wardak eintrafen, sahen sie den Deutschen in etwa 800 Meter Entfernung in einem Jeep sitzen, umgeben von Motorrädern der Kidnapper. Als der Vater des Entführers auf den Jeep zuging, sollen die Motorräder und der Jeep jedoch losgerast sein, die Kidnapper nahmen den Afghanen auf und rasten wieder davon – mit der deutschen Geisel. Den Helfern des Roten Kreuzes blieb nichts anderes übrig, als ohne Rudolf B. zurück nach Kabul zu fahren. Auf dem Weg dorthin wurden sie selbst entführt. Im Krisenstab bemüht man sich nun, eine neue Übergabe zu organisieren.