Ex-Siemens-Chef Pierer gerät ins Visier interner Ermittler
Der ehemalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer sowie weitere frühere Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder könnten im Zusammenhang mit dem US-Börsengang des Unternehmens ins Visier der vom Konzern verpflichteten US-Anwaltsfirma Debevoise & Plimpton geraten. Das berichtet das Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in seiner jüngsten Ausgabe. Nach Darstellung des Magazins wurde in der jüngsten Aufsichtsratssitzung des Unternehmens darauf gedrängt, zu untersuchen, ob die alte Führung womöglich ihre Sorgfaltspflichten verletzte, als sie den Konzern 2001 an die New Yorker Börse brachte. Zugleich sollten sie prüfen, ob Pierer und seine Kollegen damals genug unternommen haben, um schwarze Kassen zu eliminieren. Nach Darstellung des Magazins legen bislang unveröffentlichten Berichte für den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats die Vermutung nahe, dass das frühere Management fahrlässig gehandelt haben könnte. So beklagte der kürzlich gekündigte Compliance-Beauftragte Albrecht Schäfer im November 2004, dass die internen Anti-Korruptionsvorschriften und -Kontrollen in 16 Ländern noch immer nicht ausreichend umgesetzt worden seien, darunter beispielsweise in Italien, Frankreich oder Großbritannien. Umfassende Richtlinien für den Umgang mit Beraterverträgen wurden nach Informationen des SPIEGEL erst im Juni 2005 erlassen gut vier Jahre nach dem US-Börsengang.