Kauf von zum Bombenbau tauglichen Chemikalien soll erschwert werden - DER SPIEGEL
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Kauf von zum Bombenbau tauglichen Chemikalien soll erschwert werden

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Um Terroristen den Bau von Bomben zu erschweren, will die Bundesregierung den Verkauf bestimmter Chemikalien schärfer kontrollieren. Laut Plänen des Bundesumweltministeriums in Berlin dürfen künftig neun Chemikalien, die als Grundstoffe für Bomben geeignet sind, nur noch nach einer Registrierung der Käuferpersonalien in einem "Abgabebuch" ausgehändigt werden. Der Verkauf der Chemikalien an Privatleute über den Versandhandel soll ganz verboten werden. Geprüft wird zudem, ob die Weitergabe der Personalien von Kunden an die Sicherheitsbehörden möglich ist. Händler dürften Chemikalien dann nur verkaufen, wenn das Einverständnis des jeweils zuständigen Landeskriminalamts vorliegt. In einem Brief an die Amtschefs der Umweltministerien der Länder mahnt der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Matthias Machnig, seine Länderkollegen zu erhöhter Wachsamkeit. Die Landesbehörden sollten "Sorge tragen, dass die Überwachung der Abgabe der neun Sprengstoffgrundstoffe auch auf Behördenseite intensiviert wird", schreibt Machnig. Ziel müsse es sein, bei den Händlern das Problembewusstsein zu schärfen. Zu den Stoffen, die unter die Regelung fallen, gehört neben Ammoniumnitrat und Natriumchlorat auch Wasserstoffperoxid ab einer Konzentration von zehn Prozent. Zwölf Kanister mit der Chemikalie waren im Sommer von den Sicherheitsbehörden bei der Festnahme einer Gruppe mutmaßlicher islamistischer Terroristen in Baden-Württemberg sichergestellt worden. Die Männer hatten die Kanister legal über einen Online-Händler in Hannover bezogen.