NRW will Hilfskräfte in der Lebensmittelkontrolle einsetzen
Nordrhein-Westfalen will ab 2008 als erstes Bundesland Hilfskräfte in der Lebensmittelkontrolle einsetzen. 50 sogenannte Kontrollassistenten mit halbjähriger Schnellausbildung sollen nach den Plänen von Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) schon im nächsten Jahr beim Überprüfen von Supermärkten, Restaurants und fleischverarbeitenden Betrieben helfen. Bis 2010 sind mindestens hundert weitere solcher Zusatzkräfte eingeplant. "Ich will mit mehr Kontrollpersonal den Druck auf die schwarzen Schafe der Lebensmittelbranche erhöhen", so der Minister. Die neuen Mitarbeiter, die laut Umweltministerium künftig Sauberkeit in Kiosken und Restaurantküchen testen, Lieferdokumente prüfen und Kühlhaustemperaturen messen sollen, müssen als Qualifikation einen Hauptschulabschluss, Deutschkenntnisse und ein polizeiliches Führungszeugnis mitbringen. Sie sollen im Schnitt rund 2000 Euro brutto verdienen, etwa ein Viertel weniger als vollausgebildete Lebensmittelkontrolleure. Vorrangig, so der Plan, werden sie aus Landesbediensteten rekrutiert, die an ihrem bisherigen Einsatzort nicht mehr gebraucht werden zum Beispiel Waldarbeiter aus Forstbehörden. Oppositionsführerin Hannelore Kraft (SPD) spricht von "Billig-Prüfern ohne ausreichende Qualifikation", der Bundesvorsitzende des Verbandes der Lebensmittelkontrolleure, Martin Müller, von einer "Mogelpackung": Ministerpräsident Jürgen Rüttgers habe 300 zusätzliche Lebensmittelkontrolleure bis 2010 angekündigt und nicht halb so viele Hilfskräfte, so Müller.