AgfaPhoto-Gläubiger fordern weitere 200 Millionen Euro
Sehr viel höher als bislang bekannt dürften die Forderungen der insolventen Agfa- Photo aus Leverkusen gegen ihren früheren belgischen Mutterkonzern Agfa-Gevaert und deren Tochterfirmen ausfallen. Bereits vergangene Woche gab Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier bekannt, dass er insgesamt mehr als hundert Millionen Euro einfordern will. Diese Forderungen beziehen sich zum einen auf die angeblich nicht ordnungsgemäße Kapitalausstattung der AgfaPhoto bei ihrer Ausgliederung aus dem Mutterkonzern im Jahr 2004. Zum andern geht es um noch nicht bezahlte Leistungen der im darauf folgenden Jahr in Insolvenz gegangenen AgfaPhoto, laut Ringstmeier etwa 46 Millionen Euro. Nach Ankündigung dieser Forderungen vergangene Woche brach der Aktienkurs von Agfa-Gevaert ein. Im Umfeld des Gläubigerausschusses heißt es nun, die Insolvenz der AgfaPhoto hätte bei ordnungsgemäßer Kapitalausstattung abgewendet werden können. Daraus ergäben sich weitere Ansprüche für die vollständige Befriedigung der Gläubigeransprüche und die entgangenen Gewinne. Darüber hinaus gebe es Forderungen im Zusammenhang mit Rückbauverpflichtungen im Chemiepark Leverkusen. Insgesamt belaufe sich die Höhe der Zusatzforderungen auf ungefähr 200 Millionen Euro. Insolvenzverwalter Ringstmeier bestätigte auf Anfrage, dass er diese Ansprüche prüfe. Agfa-Gevaert weist die Vorwürfe zurück. Die fragliche Kapitalausstattung sei von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer und einem Gericht gründlich geprüft worden. Nur für die genannten Leistungen sei noch ein Betrag ausstehend, der aber weniger als die Hälfte der geforderten 46 Millionen Euro betrage.