Luftwaffe plant für langfristigen Afghanistan-Einsatz
Offenbar richtet sich die Luftwaffe auf einen Langzeitaufenthalt ihrer "Tornado"-Aufklärer in Afghanistan ein. Zwar hat der Bundestag die Mission kürzlich nur um ein Jahr verlängert. Am Flugplatz Masar-i-Scharif werden nun aber feste Hallen zur dauerhaften Unterbringung der sechs Flieger betoniert, die seit ihrer Ankunft im vergangenen April meistens in Zelten standen. Trotz der Belastung durch den Einsatz wird dem Aufklärer-Geschwader mit Sitz im schleswig-holsteinischen Jagel derzeit kein frisches Personal zugeteilt. Hintergrund ist der schon einige Jahre alte Plan, die Hälfte des Verbands von 2009 an aufzulösen was der Kieler SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels wegen des Dauerauftrags am Hindukusch als "unverständlich" kritisiert. Die Luftwaffe solle lieber eine Jagdbomber-Staffel, etwa im rheinland-pfälzischen Büchel, stilllegen. Luftwaffen-Inspekteur Klaus-Peter Stieglitz hält indes eisern an der Absicht fest, etwa die Hälfte der gut 40 zweisitzigen "Tornados" in Jagel durch eine europäisierte Version des unbemannten USFernaufklärers "Global Hawk" zu ersetzen und außerdem "Predator"-Drohnen in den USA zu kaufen wofür der Bundestag bisher aber noch keine Mittel bewilligt hat. Trotz der geplanten "Transformation", sagt der General, könne Jagel die Langzeitmission fern der Heimat "problemlos bewältigen".