Gerangel um IG-Metall-Vorstandsressorts
Beim Gewerkschaftstag in Leipzig demonstrierte die IG Metall vergangene Woche noch Geschlossenheit. Doch hinter den Kulissen wird munter weiter um Einfluss gestritten. So will das Lager um den abgetretenen Vorsitzenden Jürgen Peters offenbar verhindern, dass der neue Chef Berthold Huber oder dessen Stellvertreter Detlef Wetzel für den wichtigen Bereich Tarifpolitik zuständig sein soll. Das käme einer Entmachtung gleich, bevor das Duo überhaupt mit der Arbeit begonnen hat. Stattdessen soll die neu in den siebenköpfigen Vorstand gewählte Peters-Vertraute Helga Schwitzer das Kerngeschäftsfeld der Metallgewerkschaft übernehmen. Für Frauen- und Gleichstellungs- sowie Sozialpolitik stünde sie nicht zur Verfügung, signalisierte Schwitzer im Vorfeld. Dass sich der Peters-Flügel durchsetzen wird, gilt jedoch als unwahrscheinlich. Zum einen erlangte Schwitzer bei den Vorstandswahlen mit 72,5 Prozent das zweitschlechteste Ergebnis. Zum anderen gelten sowohl Huber als auch Wetzel als ausgewiesene Tarifexperten. Wer sich am Ende durchsetzen wird, soll in einer der nächsten Vorstandssitzungen entschieden werden.