Proficlubs drohen höhere Steuern - DER SPIEGEL
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Proficlubs drohen höhere Steuern

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das Bundesfinanzministerium hat Zweifel an der Gemeinnützigkeit aller Vereine der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga. Bei der Betriebsprüfung von Vereinen sei eine zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs festgestellt worden, so ein Sprecher, das Ministerium will das Thema mit den Vertretern der obersten Finanzbehörden der Länder demnächst "ergebnisoffen" erörtern. Die Abteilung Bundesbetriebsprüfung des Bundeszentralamtes für Steuern vertritt die Auffassung, dass den Vereinen in den meisten Fällen die Gemeinnützigkeit zu entziehen ist. Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb sei in den Clubs zum Selbstzweck geworden, der "ideelle Bereich" – also etwa die Förderung des Sports im Allgemeinen – sei "völlig in den Hintergrund gerückt", heißt es in einem Schreiben des Amtes an das Bundesministerium. Das gelte auch für Vereine, die ihre Lizenzspielerabteilung in Kapitalgesellschaften ausgegliedert haben, sofern die Vereine bei diesen Tochtergesellschaften die Geschäftspolitik beherrschten. Dieser Einfluss der Vereine sei durch die Liga-Statuten sogar rechtlich manifestiert. Bei einem Verlust der Gemeinnützigkeit unterliegen Überschüsse aus Vermögensverwaltung oder Zweckbetrieben der Körperschaft- und Gewerbesteuer. Es kann zu einer Nachversteuerung für die letzten zehn Jahre kommen; womöglich wäre den Vereinen auch zivilrechtlich eine Rechtsformverfehlung vorzuwerfen, so das Zentralamt. Vor allem bei Mitgliedsbeiträgen und Spenden würde ein Wegfall der Gemeinnützigkeit die Vereine treffen. Der VfB Stuttgart zum Beispiel, dessen 43.000 Mitglieder im Jahr etwa 1,8 Millionen Euro an Beiträgen zahlen, müsste nach Schätzungen der Clubführung jährlich einen hohen sechsstelligen Betrag zusätzlich Steuern zahlen.