Neuer Anlauf für eigenen Tarifvertrag der Lokführer - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Neuer Anlauf für eigenen Tarifvertrag der Lokführer

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In den Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) kommt wieder Bewegung. So will der Konzern, nachdem der 62-stündige Streik im Schienenverkehr am vergangenen Samstag zu Ende ging, der GDL offenbar ein neues Angebot unterbreiten, um unbefristete Streiks zu verhindern. Grundlage dieses Angebots soll das Ergebnis der Mediationsrunde mit Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler von Ende August sein. Damals erklärte sich die Bahn bereit, "Tarifverhandlungen zu führen, einerseits mit der GDL mit dem Ziel, einen eigenständigen Tarifvertrag abzuschließen, der Entgelt und Arbeitszeitregelungen für Lokführer umfasst, andererseits mit der Tarifgemeinschaft, um die Entgeltstruktur im Übrigen neu zu regeln". Damit würde die Bahn mit fast dreimonatiger Verzögerung eine grundlegende Bedingung der GDL erfüllen und ihr einen eigenständigen Tarifvertrag zugestehen. Der Grund für die Verzögerung basiert offenbar auf einem Missverständnis. So überschrieb die GDL ihren Vertragsentwurf nach der Mediationseinigung offenbar mit "Tarifvertrag für das Fahrpersonal". Daraufhin widerrief der Bahn-Vorstand die Einigung, da der Tarifvertrag lediglich für die Lokführer gelten sollte. Gleichzeitig verlangte die Bahn von der GDL, einen Kooperationsvertrag mit der Konkurrenzgewerkschaft Transnet zu schließen, bevor überhaupt in Tarifverhandlungen eingestiegen werden könne. Nun aber macht die Bahn einen Kooperationsvertrag zwischen GDL und Transnet nicht mehr zur Bedingung. Die GDL hingegen will nur für die Lokführer verhandeln. Die Mediatoren Biedenkopf und Geißler hatten sich vergangene Woche wieder aktiv in die Verhandlungen eingeschaltet.