Deutscher Generalmajor entgeht in Afghanistan nur knapp einem Anschlag - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Deutscher Generalmajor entgeht in Afghanistan nur knapp einem Anschlag

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nur knapp einem Anschlag entgangen ist der ranghöchste deutsche Offizier bei den Isaf-Truppen in Afghanistan, Generalmajor Bruno Kasdorf. Der Offizier fungiert im Kabuler Hauptquartier als Chef des Stabes für den amerikanischen Isaf-Kommandeur Dan McNeill. Er war mit dem Leiter des deutschen Wiederaufbauteams in Kunduz, Oberst Jürgen Setzer, nach Taloqan unterwegs, als am Straßenrand ein Sprengsatz explodierte. Das Berliner Verteidigungsministerium hielt zunächst geheim, dass die beiden prominenten Offiziere in dem Konvoi mitfuhren, und versuchte den Zwischenfall herunterzuspielen: Bei der Detonation am vorvergangenen Sonntag sei lediglich ein geschütztes Fahrzeug vom Typ "Dingo" "leicht beschädigt" worden; es habe keine Verletzten gegeben. Offen ist, ob der Anschlag eine gezielte Attacke der Taliban war, oder die Kolonne eher zufällig traf. Sorge bereitet Militärs zudem eine technische Frage: An der Spitze des Konvois war ein sogenannter Jammer eingesetzt. Das ist ein Störsender, der verhindern soll, dass Sprengfallen zünden, die meist per Mobiltelefon gesteuert werden. Das Gerät hatte womöglich versagt - oder nicht genug Reichweite: Der Sprengsatz ging hoch, als das letzte der sieben Fahrzeuge vorbeirollte. Die Truppen am Hindukusch meldeten in jüngster Zeit rund 160 Bomben-Anschläge, Selbstmordattentate, Minen-Zwischenfälle oder Gefechte - pro Woche.