Korruptionsaffäre in der Werbebranche - DER SPIEGEL
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Korruptionsaffäre in der Werbebranche

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Der Werbebranche droht ein neuer Skandal. Am Dienstag vergangener Woche durchsuchten Fahnder der Kripo Frankfurt am Main die Geschäftsräume der Düsseldorfer Werbeagentur 107° Communications und die Privatwohnungen von Mitarbeitern. Der Verdacht: Bestechung im geschäftlichen Verkehr. Die Kreativen sollen Mitarbeiter ihrer Kunden geschmiert und im Gegenzug millionenschwere Werbeetats erhalten haben. Insgesamt wurden vier Personen vorläufig festgenommen, darunter auch zwei Topmanager der Düsseldorfer Werbefirma. Die Alte Leipziger Versicherung, ein Kunde der 107° Communications, hatte im August dieses Jahres Strafanzeige gestellt, nachdem die interne Revision auf Ungereimtheiten gestoßen war. In dem Papier ist von einem höheren sechsstelligen Schadensbetrag die Rede. Die Frankfurter Ermittler interessieren sich auch für die Geschäftsverbindungen der 107° Communications zur Kölner Klosterfrau Vertriebsgesellschaft. Der Melissengeist-Produzent hatte im Jahr 2002 überraschend seinen Acht-Millionen- Euro-Etat von seinem damaligen Werber McCann Erickson abgezogen und an die Düsseldorfer Reklamefirma vergeben. 107° Communications hatten daraufhin eine Kampagne für den Gesundheitskonzern, zu dem unter anderem auch die Marken Taxofit, Condomi und Ricola gehören, gestartet, die das Image des Hauses auffrischen sollte. 107° Communications wollte sich ebenso wie die Alte Leipziger nicht zu den Vorgängen äußern. Bei Klosterfrau bestätigt man die Ermittlungen, will aber bis auf den Hinweis, dass "nach unseren Erkenntnissen keiner unserer gegenwärtigen Mitarbeiter von diesem Sachverhalt betroffen ist", nichts sagen.