DGB-Zentrale will Landesbezirke entmachten - DER SPIEGEL
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DGB-Zentrale will Landesbezirke entmachten

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Deutsche Gewerkschaftsbund plant eine tiefgreifende Organisationsreform, die den Einfluss der Berliner Zentrale unter dem Vorsitzenden Michael Sommer stärken und die Macht der Landesbezirke einschränken würde. Das geht aus einem internen Projektbericht der zuständigen DGB-Arbeitsgruppe an die Einzelgewerkschaften hervor. Danach soll sich die Personalstärke und Finanzausstattung der DGB-Vertretungen vor Ort künftig an der Mitgliederstärke orientieren. Als Richtgröße sieht das Papier, das unter Federführung von Vorstandsmitglied Dietmar Hexel entstanden ist, einen Schlüssel von einem hauptamtlichen Mitarbeiter pro 20.000 Mitglieder vor. In der Folge würden DGB-Kreise mit vielen Gewerkschaftsmitgliedern Ressourcen hinzugewinnen, andere müssten dagegen fusionieren oder Kooperationsverträge mit Einzelgewerkschaften schließen. Zugleich soll der Personalanteil in den Regionalvertretungen pauschal erhöht, in den Bundes- und Bezirkszentralen dagegen reduziert werden. Das Modell würde einen Machtverlust vor allem für die DGB-Landesbezirke bedeuten, die heute relativ autonom über die Verteilung von Finanzmitteln entscheiden. Entsprechend heftig ist die Kritik an dem Vorschlag. Viele Funktionäre aus Landesbezirken und Einzelgewerkschaften fürchten, dass die Büros in strukturschwachen Regionen künftig kaum noch vertreten, in Boomregionen dagegen doppelt und dreifach besetzt wären. Bis Ende Februar sollen die Einzelgewerkschaften Stellung beziehen.