KPMG entdeckte schon Anfang 2006 schwarze Kasse der Siemens-Mobilfunksparte (ICM) in der Schweiz - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

KPMG entdeckte schon Anfang 2006 schwarze Kasse der Siemens-Mobilfunksparte (ICM) in der Schweiz

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Über eine Schweizer Tochter des Siemens-Konzerns sind zwischen dem Jahr 2002 und Anfang 2006 insgesamt 250 fragwürdige Zahlungen in Höhe von 43,5 Millionen Schweizer Franken geflossen. Betroffen ist vor allem die ehemalige Mobilfunksparte (ICM) des Konzerns, in der es bislang noch kaum stichhaltige Belege für ein schwarzes Kontensystem gab. Das geht aus einem bisher unveröffentlichten Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hervor, die Anfang 2006 die Intercom Telecommunications Systems durchleuchten sollten. Nach Erkenntnissen der KPMG hatte die Intercom hauptsächlich die Aufgabe, Beraterverträge mit dubiosen Geschäftspartnern zu verwalten. Mutmaßliche Siemens-Schmiergelder wurden dem 119-seitigen Bericht zu Folge über die Intercom mit Hilfe von Briefkastenfirmen in Liechtenstein, Panama und den British Virgin Islands an Empfänger in aller Welt geschleust. Eine Struktur, die sehr an das bereits bekannte Schmiergeldsystem der Festnetzsparte erinnert, schreibt das Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe.