Bundesregierung fürchtet Spannungen in Afghanistan nach Diplomaten-Ausweisungen - DER SPIEGEL
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Bundesregierung fürchtet Spannungen in Afghanistan nach Diplomaten-Ausweisungen

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Die Bundesregierung fürchtet, dass der Rauswurf zweier hoher Vertreter von Uno und EU aus Afghanistan indirekt die diplomatischen Bemühungen um eine Stabilisierung des Landes gefährden könnte. Die überraschende Ausweisung vorige Woche sei womöglich Ausdruck einer wachsenden Konfliktbereitschaft des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai mit den Regierungen des Westens, heißt es in Berlin; die beiden Diplomaten hatten das Land wegen angeblicher Kontakte zu lokalen Taliban verlassen müssen. Opfer der Konfrontation könnte ausgerechnet die 2007 begonnene Annäherung an gemäßigte Teile der islamistischen Taliban sein. So hatte sich der deutsche Botschafter in Kabul, Hans-Ulrich Seidt, im September mit dem ehemaligen Außenminister der Taliban, Wakil Ahmad Mutawakil, getroffen. Bei dem Gespräch hatte dieser betont, zwischen den Taliban und der Bundesregierung gebe es "viele Gemeinsamkeiten", und die Bundesregierung um eine "wohlwollende Begleitung" von politischen Gesprächen gebeten. Als Geste des guten Willens sei es an der Zeit, dass die Kabuler Regierung eine Reihe von politischen Gefangenen freilasse. Der Bundesnachrichtendienst hatte bereits im Sommer 2005 sondiert, ob die Taliban kompromissbereit seien, die Geheimgespräche aber abgebrochen, weil die Islamisten sich nicht von al-Qaida distanzieren wollten.