Merkel lehnt Gehaltsgrenzen für Manager ab
In der Großen Koalition bahnt sich eine weitere Auseinandersetzung an: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) treten bei der Diskussion um eine Begrenzung von Managergehältern massiv auf die Bremse. Die SPD dagegen arbeitet an konkreten Vorschlägen, wie eine überzogene Bezahlung von Top-Führungskräften verhindert werden könnte.
Gerade bei Aktiengesellschaften, deren Vorstände die höchsten Gehälter in der deutschen Wirtschaft beziehen, erscheine die Einführung einer Vergütungsobergrenze "nicht sinnvoll und verfassungsrechtlich bedenklich", schreibt das Bundeswirtschaftsministerium in der Antwort auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Volker Wissing. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt beabsichtige die Bundesregierung "weder gesetzliche Beschränkungen im Sinne eines branchenspezifischen noch eines universell gültigen Maximallohnes". Die Frage, wie viele Manager in Deutschland überbezahlt sind, lässt das Ministerium unbeantwortet. "Zu der Anzahl eventuell ,überbezahlter Manager liegen der Bundesregierung keine Zahlen vor", heißt es in dem Schreiben. Dagegen will die SPD Managern an den Geldbeutel gehen. Spätestens im Frühjahr soll eine von Parteichef Kurt Beck eingesetzte Arbeitsgruppe Vorschläge zur gesetzlichen Regelung von Vorstandsgehältern unterbreiten. Neben Korrekturen im Aktienrecht kommen für die SPD dabei Steuererhöhungen in Betracht. "Es findet eine Diskussion darüber statt, ob Boni oder sonstige Sonderleistungen stärker besteuert werden müssen", sagt der Abgeordnete Christian Lange, der dem Arbeitskreis angehört.