Schriftsteller Handke: "Ich habe mich verdammt gefühlt"
In seiner aktuellen Ausgabe gibt der SPIEGEL erstmals Einblick in unbekannte Passagen aus den Tagebüchern Peter Handkes, die der österreichische Schriftsteller dem Deutschen Literaturarchiv Marbach übergeben hat. Die Tagebücher, deren Text zu etwa einem Drittel veröffentlicht ist, sind die vielleicht wichtigste Quelle für die Erforschung eines der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwartsliteratur, eine gewaltige Sammlung von großem poetischem Reichtum. Die kleinformatigen Notizhefte begleiteten Handke von 1975 bis 1990 auf seinen Reisen durch die Welt und handeln von den wichtigen Themen im Leben und Werk Handkes: der Liebe, dem Tod und der Kunst. In seinem Haus bei Paris sprach der Autor mit dem SPIEGEL über Selbstmordgedanken und seine lebensbedrohliche Krise in den siebziger Jahren, die in den Tagebüchern dokumentiert ist: "Ich habe mich verdammt gefühlt." Außerdem verriet Handke, dass er von Stalkerinnen verfolgt wurde: "Ich habe einen Horror vor Leserinnen."