Windhorst verheimlichte Konten
Finanzjongleur Lars Windhorst, 31, ist wieder ganz oben. Er führt die Geschäfte von Vatas, einer Investmentfirma des südafrikanischen Millionärs Robert Hersov, die soeben ein 15-prozentiges Aktienpaket der Fluggesellschaft Air Berlin übernommen hat. Doch gleichzeitig holt die Vergangenheit den einstigen Vorzeige-Jungunternehmer von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl wieder ein. Offenbar hatte Windhorst, dessen Firmenimperium unter einem großen Schuldenberg zusammenbrach, seinen Gläubigern nicht die ganze Wahrheit erzählt. In einer eidesstattlichen Versicherung zwei Jahre vor seiner Privatinsolvenz Anfang 2005 erwähnte er nur vier deutsche Konten. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Berlin, die wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung, Betrug und Kursmanipulation ermittelt, besaß Windhorst zum damaligen Zeitpunkt jedoch 20 Kontoverbindungen. Zu den verheimlichten Positionen gehören neben Konten bei American Express unter anderem zwei Konten und ein Wertschriftendepot bei der Großbank Credit Suisse in Genf. Nach Angaben von Windhorsts Verteidiger Robert Unger seien die Konten jedoch zum Zeitpunkt der Privatinsolvenz allesamt bereits im Minus oder unbenutzt gewesen was im Rahmen des Insolvenzplanverfahrens auch von allen Gerichtsinstanzen, bis hin zum Bundesverfassungsgericht, überprüft worden sei. Ob Windhorst die negativen Depots dennoch hätte angeben müssen, ist juristisch umstritten. Unklar ist auch, wann die Konten ins Minus rutschten. Windhorst, der sich von einem Flugzeugabsturz über Kasachstan erholt, hatte sich vor kurzem mit 60 Gläubigern geeinigt. Für eine Abfindung von 1,6 Millionen Euro verzichteten sie auf Ansprüche von über 70 Millionen Euro.