DGB-Chef Sommer fordert Spitzensteuersatz von 53 Prozent
DGB-Chef Michael Sommer hat der Großen Koalition vorgeworfen, im Streit um hohe Manager-Gehälter eine Debatte angestoßen zu haben, die "geradezu widersinnig und verlogen" sei. In einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL sagte Sommer: "Die Politiker, die jetzt so lautstark nach Grenzen für Managergehälter rufen, sollten endlich Ernst auf dem Feld machen, wo sie wirklich handeln können. Und das ist die Steuerpolitik." Schließlich seien sie es gewesen, die vor kurzem noch den Spitzensteuersatz auf 42 Prozent gesenkt hätten. "Wir könnten ja wieder auf den alten Satz von 53 Prozent hochgehen oder die Reichensteuer entsprechend erhöhen", sagte Sommer. Der DGB-Chef forderte auch "nachhaltige Korrekturen bei Hartz IV". Nachdem Karlsruhe den Kern der Reform, die Verwaltungskonstruktion, für verfassungswidrig erklärt habe, "sollte man gleich auch die anderen Konstruktionsfehler beseitigen: Man muss an die Frage des Schonvermögens ran. Das ist, was die Alterseinkünfte betrifft, viel zu niedrig. Ich glaube auch, dass wir einen speziellen Schülerzuschlag brauchen, sogar einen Zuschlag für Schulspeisung, damit die Kinder der armen Leute etwas davon haben. Ich bin dafür, dass die Regelsätze erhöht werden müssen, und schließlich muss es noch einmal um die Frage gehen, welche Arbeit für Langzeitarbeitslose zumutbar sein soll und welche nicht."