Bahn-Aufsichtsrat will Teilprivatisierung vorantreiben - DER SPIEGEL
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Bahn-Aufsichtsrat will Teilprivatisierung vorantreiben

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Deutsche Bahn möchte in der schier endlosen Debatte um ihren Börsengang offenbar Fakten schaffen – und die zögerliche Politik vor sich her treiben. Am 1. Februar soll das Aufsichtsratspräsidium des Staatskonzerns in einer außerordentlichen Sitzung die Chancen für das sogenannte Holding-Modell ausloten. Danach würde das Schienennetz bei einer DB Holding im hundertprozentigen Staatsbesitz bleiben, die Bereiche Nah-, Fern- und Güterverkehr in eine Tochtergesellschaft ausgegliedert und teilprivatisiert werden. Bei der Präsidiumssitzung dürfte es insbesondere um die Frage gehen, ob die Gewerkschaften einer solchen Lösung zustimmen. Die hatten immer wieder betont, dass der Bund die Mehrheit an der künftigen Verkehrsgesellschaft behalten sowie die bisherige Zahl der Jobs gewährleistet sein müsse. Sollte die Politik nach der Hamburg-Wahl am 24. Februar das Thema Privatisierung nicht auf die Agenda setzen, könnten Ende März die rechtlichen Voraussetzungen für das Holding-Modell geschaffen werden. Theoretisch wäre damit auch eine Teilprivatisierung des Schienenkonzerns am Parlament vorbei möglich. Dazu genügten ein Beschluss von Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Bei der Bahn fürchtet man allerdings, dass sich in diesem Fall die in der Privatisierungsfrage ohnehin hochemotionale Stimmung unter den Bundestagsabgeordneten noch stärker gegen das Unternehmen und Vorstandschef Hartmut Mehdorn drehen könnte.