Milliarden-Zocker der Société Générale soll auf Dax gewettet haben
Der betrügerische Händler der französischen Großbank Société Générale (Socen), die vergangenen Donnerstag einen außerordentlichen Verlust von 4,9 Milliarden Euro bekanntgeben musste, sollt laut Händlerkreisen vor allem eine gigantische Wette auf den deutschen Börsenindex Dax aufgebaut haben. Nach internen Schätzungen von Pariser Marktexperten soll der Händler Jérôme Kerviel vor wenigen Wochen rund 140.000 sogenannte Dax-Futures gekauft haben. Das sind Terminkontrakte, die an der deutsch-schweizerischen Börse Eurex gehandelt werden. Nimmt man an, dass Kerviel Anfang des Jahres bei einem Dax-Stand von etwa 8000 Punkten eingestiegen war, so galt für ihn folgende Formel: Für jeden Punkt, den der Dax über 8000 läge, würde die Börse dem Socen-Konto am Ende des Tages 25 Euro pro Future gutschreiben. Für jeden Punkt darunter würde sie vom Konto 25 Euro abbuchen. Bis zum 18. Januar verlor der Dax 600 Punkte und Kerviel vermutlich rund 2 Milliarden Euro, spekulieren Insider. Zu diesem Zeitpunkt könnten das Riesenloch und die Überschreitung von Handelslimits der deutschen Niederlassung des Finanzdienstleisters Newedge aufgefallen sein. Die Firma wickelt für die Socen die Eurex-Geschäfte ab. Jedenfalls erhielten die Pariser Bankenchefs angeblich die Alarmsignale aus Deutschland. Panisch liquidierten sie alle Kerviel-Positionen "und bauten die Verluste durch dieses unfassbare Missmanagement noch aus", glaubt ein Händler.