Gates verlangt von Jung Truppen für Süd-Afghanistan
US-Verteidigungsminister Robert Gates verlangt ein verstärktes Engagement der Bundeswehr und anderer europäischer Armeen im umkämpften Süden Afghanistans. Wie das Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL berichtet, erhielt Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) vergangene Woche dazu einen achtseitigen Brief seines Washingtoner Amtskollegen. Gates erkläre darin, dass die USA jetzt 3200 Marine-Infanteristen zusätzlich nach Afghanistan schickten. Diese würden aber nur sieben Monate bleiben und müssten dann von europäischen Verbündeten ersetzt werden. Jung wolle den Vorstoß und ähnliche Forderungen Kanadas bei einem Ministertreffen im litauischen Vilnius Ende kommender Woche mit der Zusage abwehren, so DER SPIEGEL, dass Deutschland im Sommer eine Schnelle Eingreiftruppe von Norwegen übernehmen und dazu rund 250 Soldaten mit Schützenpanzern und Mörsern in den Norden Afghanistans senden werde. Verbündete und hohe Nato-Militärs fordern laut SPIEGEL ferner, Deutschland solle bei der Nato hinterlegte Vorbehalte aufgeben, wonach der Bundeswehr die Anwendung "tödlicher Gewalt" nur zur Selbstverteidigung gestattet sei, nicht aber für offensive Operationen gegen die Taliban, wie Gates sie in seinem Schreiben fordere.