Kissinger fordert mehr deutsche Truppen in Afghanistan
Der ehemalige Außenminister der USA, Henry Kissinger, hat massive Kritik an der deutschen Haltung im "Krieg gegen den Terror" geäußert und die deutsche Nato- Vollmitgliedschaft in Frage gestellt. "Wir können in der Nato langfristig nicht zwei Sorten von Mitgliedern haben", sagte er dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL: "Die eine Sorte ist bereit zu kämpfen, die andere macht Allianz à la carte. Das funktioniert nicht." Wer Teil einer Allianz sei, müsse auch bereit sein, in den Krieg zu ziehen: "Wir brauchen mehr deutsche Truppen, und wir brauchen mehr Nato-Truppen in Afghanistan. Was nicht angeht, ist, dass eines der Nato-Länder seine Soldaten bevorzugt in Gegenden schickt, in denen nicht gekämpft wird. Das ist keine gesunde Situation."
Auch die deutsche Geschichte könne nicht länger als Begründung für die deutsche Zurückhaltung gelten: Er verstehe die deutsche Argumentation, aber: "Sie ist auf Dauer nicht haltbar." Politisch, so Kissinger zum SPIEGEL, führe sie in die Isolation: "Wenn die Deutschen bei ihrer Haltung bleiben, dann wird Deutschland in Europa nur eine Sonderrolle spielen können."