Untreuevorwurf gegen Hypo-Chefs
Die Staatsanwaltschaft München wird in den kommenden Tagen mit Ermittlungen gegen die Spitze der HypoVereinsbank (HVB) beginnen. Hintergrund ist die Strafanzeige einer Frankfurter Anwaltskanzlei vom 24. Januar. Darin wird dem HVB-Vorstandschef Wolfgang Sprißler und dessen Aufsichtsrat Alessandro Profumo, gleichzeitig Chef der HVB-Konzernmutter Unicredit, Untreue und Prozessbetrug vorgeworfen. Kern der Anzeige ist der umstrittene Verkauf der früheren HVB-Tochter Bank Austria Creditanstalt an die Italiener. Die HVB hatte die höchst profitable Bank mit ihren Ablegern in Osteuropa Anfang 2007 für 12,5 Milliarden Euro an die Unicredit verkauft. Ein Spottpreis - so argumentierten etliche der freien HVB-Aktionäre und zogen vor Gericht. Dort erreichten sie Ende Januar einen Etappensieg: Das Landgericht München entschied, dass der Beschluss der Hauptversammlung vom Oktober 2006, die österreichische Bank an die Konzernmutter zu verkaufen, nichtig sei. Der HVB-Vorstand sei wichtige Informationen schuldig geblieben. Die Anzeige stützt sich auch auf Erkenntnisse eines von den Kleinaktionären eingesetzten Anwalts. In internen Schreiben war der HVB-Vorstand gewarnt worden, dass er "sehr gut herausarbeiten" müsse, warum die Bank Austria verkauft werde. Die HVB wollte sich nicht zu dem Vorgang äußern.