Post plant Kooperation mit "WAZ" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Post plant Kooperation mit "WAZ"

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Zeitungsboten an Stelle von Briefträgern sollen künftig Millionen unadressierter Werbesendungen austragen. Ein entsprechendes Pilotprojekt mit der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" ("WAZ") will die Deutsche Post AG bereits Anfang März starten. Dann sollen "WAZ"-Zusteller zunächst im Großraum Essen Werbesendungen für die Post ausliefern. In weiteren Schritten könnte das Projekt auf große Teile Nordrhein- Westfalens und auf andere Zeitungsverlage im Bundesgebiet ausgedehnt werden, heißt es beim Logistikkonzern. Konkurrenten und Gewerkschafter sehen in der Auslagerung vor allem einen Versuch der Post, den eigenen Mindestlohn zu unterlaufen. Insbesondere bei der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di stößt der Plan deshalb auf massiven Widerstand. In einem harschen Schreiben vom 21. Februar forderte die Gewerkschaft das Unternehmen ultimativ auf, die Planungen einzustellen. Mit der Auslagerung werde nicht nur der Mindestlohn ausgehebelt, sondern die Post würde auch gegen "Verträge verstoßen", in denen sie sich verpflichtet habe, auf Dienstleistungen fremder Zustellfirmen zu verzichten. Die Post will davon nichts wissen: Bei den an die Zeitungsverlage gegebenen Mengen handele es sich nicht um Briefe, sondern um Werbesendungen, deren Zustellung nicht unter das Mindestlohngebot falle, behauptet die Post.