Bundeswehr braucht mehr Soldaten in Afghanistan - DER SPIEGEL
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Bundeswehr braucht mehr Soldaten in Afghanistan

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die geplante Eingreiftruppe in Nord-Afghanistan bringt die Bundeswehrführung in ein politisches Dilemma. Laut einem internen Vermerk der Militärs werden einschließlich der erforderlichen Einheiten für Nachschub und Aufklärung etwa 450 Soldaten für die sogenannte Quick Reaction Force (QRF) benötigt – statt rund 200, wie bisher geplant. Weil Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) auch die Truppen in Kunduz verstärken und mehr Ausbilder für die afghanische Armee entsenden will, müsste der Bundestag die für Afghanistan festgelegte Obergrenze von 3500 Mann im Juni voraussichtlich erhöhen. Während SPD-Politiker Wohlwollen signalisiert haben, lehnt der Koalitionspartner CSU strikt ab. Vor den bayerischen Landtagswahlen am 28. September sollten keine Veränderungen am Bundestags-Mandat vorgenommen werden, verlangte Landesgruppenchef Peter Ramsauer kürzlich bei einem Treffen mit führenden Koalitionspolitikern. Die CSU bangt um ihre absolute Mehrheit. Die höhere Kopfzahl für die Eingreiftruppe wird in dem Vermerk eines Erkundungsteams damit begründet, dass die im Lager Masar-i-Scharif vorhanden Unterstützungskräfte, die auch den Kampftruppen der QRF helfen sollten, bereits überlastet seien. Vorbehalte enthält das Papier zudem gegen Pläne, Schützenpanzer des Typs "Marder 1A5" zum Einsatz zu bringen. Das minengeschützte Fahrzeug weise zahlreiche Mängel bei Antrieb, Kühlung und Hydraulik auf.