US-Soldaten sollen Mitarbeiter der deutschen Botschaft im Irak misshandelt haben
Für Verstimmung im Verhältnis zwischen Berlin und Washington sorgt das rabiate Vorgehen amerikanischer Truppen gegen Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Bagdad. Laut einem vertraulichen Bericht des Botschafters Hanns Schumacher an das Auswärtige Amt in Berlin wurden drei irakische Wachleute der deutschen Vertretung in ihrer Freizeit von US-Soldaten in Bagdad kurzzeitig festgenommen und misshandelt. Einen Iraker in deutschen Diensten verschleppten die Amerikaner sogar aus der Hauptstadt und sperrten ihn vier Monate lang in ein Gefangenenlager bei Basra. Nach Beschwerden deutscher Diplomaten erhielten zwei der verprügelten Wachleute zwar eine finanzielle Entschädigung. Zu einer Entschuldigung bei dem verschleppten Iraker aber konnten sich die Amerikaner bisher nicht durchringen. Die deutsche Mission beschäftigt rund 120 Iraker, überwiegend zum Schutz des Botschaftsgeländes.