Tarifstreit-Schlichter fordert höhere Löhne
Der von den Arbeitnehmern eingesetzte Schlichter für die am vergangenen Freitag gescheiterten Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst, der frühere Oberbürgermeister von Hannover, Herbert Schmalstieg, spricht sich für spürbare Lohnerhöhungen aus. "Ich weiß, dass es einen Nachholbedarf für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt", so Schmalstieg. "Und ich kenne die finanzielle Situation der Städte und des Bundes und weiß, dass dieser Nachholbedarf finanziert werden muss." Gleichzeitig appelliert der SPD-Politiker an die Gewerkschaften Ver.di sowie den Deutschen Beamtenbund Tarifunion, sich in Sachen Arbeitszeit zu bewegen. "Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen und ausloten auch die Arbeitszeitfrage wird thematisiert werden müssen", so Schmalstieg. Die bisherigen Verhandlungen sind vor allem an der Frage gescheitert, ob die rund 1,3 Millionen Beschäftigten in den Kommunen und im Bund künftig 40 Stunden pro Woche arbeiten sollen. Ver.di lehnte dies bislang strikt ab. Schmalstieg wird in dieser Woche gemeinsam mit dem von den Arbeitgebern eingesetzten Schlichter Lothar Späth die Arbeit aufnehmen. Ob Schmalstieg sich mit seiner Forderung nach spürbaren Lohnerhöhungen durchsetzen kann, ist fraglich. Denn stimmberechtigt ist Späth, der am Ende auch einen Schlichterspruch verkünden kann, dem Schmalstieg nicht zustimmt.