Deal mit Liechtenstein-Erpresser droht zu platzen - DER SPIEGEL
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Deal mit Liechtenstein-Erpresser droht zu platzen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Rund 2700 Deutsche mit verdächtigen Konten in Liechtenstein können wohl aufatmen: Am Montag wollen die Anwältinnen des Schwerverbrechers Michael Freitag, 48, mit der Rostocker Staatsanwaltschaft über eine radikale Strafminderung verhandeln. Er ist wegen Erpressung in besonders schweren Fällen angeklagt. Freitag bietet die Herausgabe der Daten von Kunden der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) an. Der Deal dürfte jedoch platzen. Denn neues Beweismaterial gegen Freitag belastet den mutmaßlichen Erpresser der Bank und ihrer Kunden schwer. Das Wiesbadener Sicherheitsunternehmen Espo übergab der Rostocker Staatsanwaltschaft vor rund zwei Wochen Ermittlungsberichte, die eine mehr als zweijährige klandestine Beobachtung von Freitags Erpresserleben umfassen. Die Espo hatte den Kriminellen im Auftrag der LLB observiert und mit ihm über die Herausgabe der Bankdaten verhandelt. Videoaufnahmen der Detektive zeigen Freitag und seine Helfer an verschiedenen Orten in Deutschland und der Schweiz bei Hausbesuchen bei mutmaßlichen Steuerhinterziehern, bei Verhandlungen und Geldübergaben. Besonders pikant ist, dass die Unterlagen im Einverständnis mit der Liechtensteinischen Landesbank ausgeliefert wurden – damit verschärft sie die Beweislage gegen Freitag und schmälert so den Spielraum für einen Deal mit dem Verbrecher. Zugleich schwindet für deutsche Steuerfahnder die Hoffnung, mit den Daten zur Jagd auf deutsche LLB-Kunden blasen zu können.