Internet-Milliardär Dommermuth kritisiert deutsche Wirtschaftselite
Der Internet-Unternehmer und Selfmade-Milliardär Ralph Dommermuth zeigt wenig Verständnis für überbezahlte Manager. Was mir nicht gefällt, ist die Beamtenmentalität mancher Manager. Mir sind Bewerber suspekt, die so viel wie ein erfolgreicher Unternehmer verdienen wollen, gleichzeitig aber von vornherein einen Fünfjahresvertrag mit 30 Extras fordern, statt mit Pioniergeist zu sagen: Lasst mich mal zeigen, wie gut ich bin!, so Dommermuth in einem Gespräch mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Jeder, der über besondere Fähigkeiten verfügt, hat gegenüber der Gesellschaft auch die Verantwortung, seine Talente sinnvoll einzusetzen. Dazu zähle nicht, sich eigene Gehälter erhöhen zu lassen, während Mitarbeiter den Gürtel enger schnallen müssten. Wenn sich ein Unternehmen gut entwickelt, soll das Management profitieren. Wenn es schlecht läuft, muss es seinen Beitrag leisten, so der Gründer und Großaktionär des Internet-Unternehmens United Internet.
Schuld an derartigen Entwicklungen sei in den meisten Fällen der Aufsichtsrat. Viele Kontrolleure würden deutlich strengere Zielvereinbarungen treffen, wenn sie ihr eigenes Geld ausgäben. Aufsichtsräte haben oft keine Anteile am Unternehmen. Da lassen sich ohne Reue aufwendige Pensionszusagen, langfristige Verträge und Bonusprogramme mit falschen Zielen verabschieden.
Dommermuth zeigte daher auch Verständnis für die derzeitige Gerechtigkeitsdebatte. Ich finde es völlig richtig, dass einzelne Missstände öffentlich debattiert werden. Diese Diskussionen tun uns gut.