Krankenkassen klagen über Beitragsmuffel
Die gesetzlichen Krankenkassen verzeichnen Einnahmeausfälle in Millionenhöhe, weil immer mehr Mitglieder einfach keine Beiträge bezahlen. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL berichtet, geht es dabei um Versicherte, die etwa wegen Beitragsschulden bereits aus der Kasse ausgeschlossen worden waren. Nun aber machen sie von einem Rückkehrrecht Gebrauch, das ihnen die Große Koalition mit der jüngsten Gesundheitsreform eingeräumt hat. Es handle sich um eine "besorgniserregende Entwicklung", heißt es in einem Schreiben der Kassenspitzenverbände an das Gesundheitsministerium. Die BKK Gesundheit spricht in einem Brief an die Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU und SPD davon, dass 75 Prozent der Rückkehrer im Verzug seien. "Eine Motivation zur Beitragszahlung ist nicht erkennbar", heißt es in dem Brief - eine Einschätzung, die von der AOK in Sachsen und der Techniker Krankenkasse geteilt wird. Scharfe Kritik an der gesetzlichen Regelung übt auch Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der Kaufmännischen Krankenkasse. "Die Zeche übernehmen die ehrlichen Beitragszahler", sagt Kailuweit. Einmal müssten sie für die Behandlungskosten aller Nichtzahler aufkommen. Zudem verteuere sich der bürokratische Aufwand der Kassenkassen.