Fußballprofi Simak: "Trinken und sterben - oder kämpfen" - DER SPIEGEL
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Fußballprofi Simak "Trinken und sterben - oder kämpfen"

Noch heute wird er von den Gegenspielern als "Alkoholiker" beschimpft: Fußballprofi Jan Simak vom FC Carl Zeiss Jena erzählt im SPIEGEL-Gespräch, wie er mit einer Entziehungskur sein Leben wieder in den Griff bekam und welche Pläne er für die Zukunft hat.
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Hamburg - Vor dem DFB-Pokal-Halbfinalspiel mit dem FC Carl Zeiss Jena am Dienstag (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) bei Borussia Dortmund äußert sich der Tscheche Jan Simak im Interview mit dem SPIEGEL außerdem über die Fehler in seiner Karriere und die Gründe für seine Flucht aus der Bundesliga 2003. "Als ich im Juli 2005 zur Entziehungskur war, habe ich mir geschworen: Ich will allen wieder zeigen, dass ich ein guter Fußballer bin", sagt der Mittelfeldspieler.

Jenas Simak gegen Stuttgarts Boka: "Wollte Probleme mit Alkohol lösen"

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Foto: AP

"Für mich war klar: Entweder ich ende in dem Loch, in das ich geraten war, trinke weiter und sterbe irgendwann. Oder ich kämpfe mich heraus und beweise, dass ich gut bin." Simak war im Sommer 2002 als Ersatz für Michael Ballack vom damaligen Bundesligaaufsteiger Hannover 96 zu Bayer Leverkusen gewechselt. "Ich war es gewohnt, immer zu spielen, jetzt sollte ich auf die Ersatzbank, das konnte ich nicht begreifen", sagt er im Rückblick. "Ich hätte härter zu mir selbst sein und mehr trainieren müssen. Stattdessen habe ich die Probleme mit Alkohol lösen wollen."

Der 29-Jährige, der zu Saisonbeginn von Sparta Prag zu Jena kam und zur kommenden Spielzeit zum VfB Stuttgart wechseln möchte, beteuert, er sei heute reifer und erwachsener. "Wenn mich ein großer Club verpflichtet, muss ich alles dafür tun, dass ich dort bleiben kann. Und wenn ich nicht gleich zum Zuge komme, muss ich mich mehr anstrengen."

Darüber hinaus berichtet Simak auch von seiner Therapie in der Entziehungsklinik. "Wir mussten lernen, uns Grenzen setzen zu lassen: bis hier und nicht weiter. Denn ein Alkoholkranker kennt keine Grenzen. Wir waren 30 Mann, 25 sind rückfällig geworden. "Nur an Silvester komme ihm heute noch der Gedanke: "Vielleicht willst du heute auch mal was trinken", so Simak. "Es gelingt mir aber immer, den Gedanken gleich wegzuschieben – nein, ich trinke nicht. Ich muss das verdrängen, sonst kommt das Problem vielleicht zurück."

Der Tscheche berichtet außerdem von einem Gegenspieler vom FC St. Pauli, der ihn in beiden Zweitligabegegnungen mit Jena in dieser Saison als "Alkoholiker" beschimpft habe. "Mit der Beschimpfung kam ich noch klar, aber er hat mir sogar in den Nacken gespuckt. Ich hätte mich am liebsten auf ihn gestürzt, aber ich musste mich beherrschen. Ich kann mir das nicht leisten, die Reporter hätten sofort wieder ihre Schlagzeilen gehabt."