Sachsen will noch mehr Müll aus Italien importieren
Sachsen wird erneut Müll aus Neapel abnehmen. Das Land erteilte jetzt die Genehmigung, weitere 35 000 Tonnen Abfall in die Mechanisch-Biologische-Abfallbehandlungsanlage (MBA) in Cröbern bei Leipzig zu importieren. Allerdings wird an dem Standort bereits seit 2006 italienischer und deutscher Müll nur sehr unvollständig entsorgt. Der MBA-Partner, die Kreiswerke Delitzsch GmbH, hatte sich eigentlich verpflichtet, den übriggebliebenen Müll zu verbrennen. Doch die Firma legte im nordsächsischen Spröda ein Lager für bis zu 76000 Müllballen an, weil die Kapazität der Verbrennungsanlage nicht ausreicht. Das Regierungspräsidium Leipzig musste schon eine Räumung verfügen, da Hunderte Verpackungen auch durch gärende Gase aufplatzten. Ebenso werden "ballierte Abfälle" auf Deponien in Sachsen-Anhalt und Brandenburg geliefert. Die angebliche "thermische Verwertung" in Sachsen wird jährlich mit rund zwölf Millionen Euro bezuschusst. Die Deutsche Umwelthilfe fordert bei Sachsens Umweltminister Roland Wöller (CDU) jetzt "uneingeschränkte Akteneinsicht".