Gabriel attackiert Kohlekraft-Gegner - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Gabriel attackiert Kohlekraft-Gegner

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat den Gegnern von neuen Kohlekraftwerken und Stromleitungen vorgeworfen, die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands aufs Spiel zu setzen. "Es geht um das Zentrum unserer Industriegesellschaft", sagte er dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Mit ihrem Widerstand gegen jegliche neue Kohlekraftwerke leisteten Umweltverbände längeren Laufzeiten von Atomkraftwerken Vorschub. Dass SPD-Politiker sich dem anschlössen, richte sich "gegen die Stahl- und Autoarbeiter, die unter höheren Strompreisen leiden würden". In der Bevölkerung gebe es abenteuerliche Vorstellungen, woher der ganze Wohlstand komme, sagte Gabriel. "Jetzt ist das eingetreten, wovor früher die ollen Atomlobbyisten gewarnt haben: die Bürger denken, der Strom kommt aus der Steckdose." In einem zehnseitigen Thesenpapier beschreibt Gabriel eine Energiepolitik, mit der sich Klimaschutz, Atomausstieg, bezahlbare Strompreise und Versorgungssicherheit vereinbaren lassen sollen. "Wir können zusätzlich zu den im Bau befindlichen Kohlekraftwerken noch zehn Anlagen bauen, ohne die Klimaziele zu gefährden", sagte er. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warnt vor den Folgen ausbleibender Investitionen in die Energie-Infrastruktur. "Neue Pipelines müssen entstehen, neue Stromleitungen durchs Land gezogen werden und effizientere Kohlekraftwerke ans Netz gehen", sagte Steinmeier dem SPIEGEL. All das müsse jetzt bald passieren, "wenn wir die Rückkehr zur Kernenergie verhindern" und "die Klimaziele erreichen" wollen.