Externe Anwälte durchforsten Pin-Affäre bei Springer
Beim Axel-Springer-Verlag sollen externe Rechtsanwälte jetzt Licht in die Affäre um die Briefzustellfirma Pin bringen. In den vergangenen Wochen war bekanntgeworden, dass die inzwischen insolvente Verlagstochter mitgeholfen hatte, die für das Unternehmen zuständige Gewerkschaft der Neuen Brief- und Zustelldienste (GNBZ) zu gründen und zu finanzieren. Die Kanzleien Hengeler Mueller und Skadden prüfen nun unter anderem, ob auch das Springer-Management um Konzernchef Mathias Döpfner in die heikle Gewerkschaftsgründung und -bezahlung involviert war. Untersucht werde auch, ob es Unregelmäßigkeiten bei der Führung der Pin durch das Management um den damaligen Chef Günter Thiel gegeben und der Verlag Schadensersatzansprüche habe, heißt es im Haus. Beauftragt wurden die Kanzleien vom Springer-Vorstand. Aufsichtsrat Gerhard Cromme, der auch als Aufseher bei dem von Korruptionsaffären erschütterten Siemens-Konzern wirkt, habe Döpfner nahegelegt, auf externe Anwälte zurückzugreifen, heißt es aus Crommes Umfeld. Der Verlag beteuert, der Vorstand habe weder von Details der Gewerkschaftsbildung gewusst, noch sei er aktiv beteiligt gewesen. Strafrechtlich können die Verantwortlichen vorübergehend aufatmen: Die Staatsanwaltschaft Köln hat die Strafanzeige der Gewerkschaft Ver.di wegen Bestechlichkeit der GNBZ abgewiesen: Es liege keine Bestechung vor, da die GNBZ keine Gegenleistung erbracht habe. Ver.di hat jedoch Beschwerde eingelegt.