Bistum Mainz weiht Pädophilieverdächtigen zum Priester - DER SPIEGEL
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Bistum Mainz weiht Pädophilieverdächtigen zum Priester

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Im Bistum Mainz wurde von Kardinal Karl Lehmann ein Mann zum Priester geweiht, der in der Schweiz wegen des Verdachts auf "Unzucht mit Kindern" zur Fahndung ausgeschrieben war. Johannes Heibel, Sprecher einer Initiative von Opfern sexuellen Missbrauchs, hat deswegen den Umgang der deutschen katholischen Kirche mit Pädophilen, insbesondere in Lehmanns eigenem Bistum, scharf kritisiert. "Hier wird das Gegenteil von dem praktiziert, was Papst Benedikt gerade noch bei seinem Amerika- Besuch angemahnt hat." Statt einer Politik des Hinsehens werde "versetzt und vertuscht". Gegen den heute als Priester in Hessen tätigen 63-Jährigen war im Mai 1992 im Schweizerischen Polizeianzeiger ein Haftbefehl der Kantonspolizei Freiburg ergangen. Zeugen haben von "Griffen an die Genitalien" berichtet. An dem Freiburger Gymnasium, wo er als Deutschlehrer tätig war, hatten betroffene Schüler in großen Lettern "Orat et masturbat" und "Master of masturbation" auf die Fassade geschrieben. In Deutschland wurde der Mann trotz Schweizer Haftbefehls nach gut einjährigem Schnellkurs im Priesterseminar im Oktober 1992 zum Diakon und ein halbes Jahr später im Mainzer Dom von Lehmann persönlich zum Priester geweiht. Man habe damals nichts von den Beschuldigungen gewusst, heißt es heute in Mainz, obwohl seinerzeit ein Gutachten eingeholt werden musste, da es sich um einen auswärtigen Bewerber handelte. Der Priester selbst streitet die Vorwürfe ab, das Bistum Mainz verweist auf die Einstellung des Verfahrens, nachdem die Fahndung der Schweizer Polizei jahrelang ergebnislos geblieben war.