Lidl startet Imagekampagne
Der Discounter Lidl versucht, seine jahrelange Pressestrategie der strikten Verschwiegenheit in nur wenigen Tagen zu korrigieren. Grund für die neue Offenheit sind die Anschuldigungen, Lidl würde seine Mitarbeiter überwachen und schlecht behandeln. Während Lidl-Manager Klaus Gehrig seit seinem Eintritt bei Lidl 1976 nur ein einziges Mal im Jahr 2004 ein Interview gab, um auf das "Schwarzbuch Lidl" zu reagieren, will er seine Kritiker nun mit einem Stakkato öffentlicher Auftritte überraschen. So ist für diesen Montag eine zweistündige Radio-Talksendung im SWR geplant, "zum Üben", wie Gehrig sagt. Dann, ganz sattelfest, will Gehrig auch mehrere TV-Talkshows besuchen, sowohl bei Privatsendern als auch auch bei den Öffentlich- Rechtlichen. Diverse Zeitungsinterviews sind ebenfalls geplant. Bereits vor einer Woche leitete Gehrig seine skurrile Transparenzkampagne mit einem "Bild"- Interview ein, zudem trat er in einer größeren Talkrunde im SWR-Fernsehen sowie in der "Münchner Runde" im Bayerischen Fernsehen auf. Gehrig verteidigt die bisherige Pressepolitik: "Wir haben in der Vergangenheit nichts falsch gemacht", sagt er. "Jetzt sind wir zu der Erkenntnis gelangt, dass man sich zu Fehlern, die passiert sind, auch öffentlich bekennen muss."