NRW-Arbeitsminister Laumann fordert Versicherungspflicht für Selbständige
In der Diskussion um die Bekämpfung von Altersarmut hat der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann neue Vorschläge vorgelegt. In einem 60seitigen Bericht für die Düsseldorfer Landesregierung fordert der Ressortchef unter anderem, künftig alle Selbständigen in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Wer sich befreien lassen wolle, müsse nachweisen, dass er Mitglied eines berufsständischen Versorgungswerkes ist oder ausreichend privat vorsorgt. Zudem will Laumann durchsetzen, dass Selbständige künftig auch Riester-Renten erwerben dürfen, die heute Arbeitnehmern vorbehalten sind. Um den Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand zu erleichtern, schlägt Laumann zudem vor, dass Versicherte künftig Teile ihrer Rente schon ab 60 Jahren beziehen dürfen. Dabei müssen sie allerdings Abschläge in Kauf nehmen, sodass der Alterskasse keine zusätzlichen Kosten entstehen. Diese sogenannte Teilrente dürfen sie nach den Plänen Laumanns dann beliebig mit Erwerbseinkünften kombinieren, bis sie maximal ihr bisheriges Nettoeinkommen erreichen. Unterdessen kommen Experten der Deutschen Rentenversicherung zu dem Ergebnis, dass die Kosten des Laumann-Vorschlags zur Aufstockung kleiner Renten deutlich höher liegen als bislang bekannt. Würde das Konzept wie geplant umgesetzt, so geht aus einem internen Papier hervor, müssten die Alterskassen im Jahr 2030 zusätzlich knapp 4,5 Milliarden Euro aufwenden. Laumann hatte bislang lediglich Kosten von 2,3 Milliarden Euro genannt.