SPD umwirbt FDP - DER SPIEGEL
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SPD umwirbt FDP

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die SPD-Spitze will mit Blick auf eine mögliche Ampelkoalition nach der Bundestagswahl ihre Kontakte zur FDP intensivieren und hat dazu intern konkrete Absprachen getroffen. Vereinbart wurde, dass sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier um Gespräche mit den FDP-Granden Hans-Dietrich Genscher sowie Otto Graf Lambsdorff kümmern soll. Fraktionschef Peter Struck ist für Gespräche mit der Fraktionsspitze der Liberalen im Bundestag zuständig. Und Parteichef Kurt Beck kümmert sich um den Dialog mit seinem Amtskollegen Guido Westerwelle sowie mit Parteivize Rainer Brüderle. Ziel dieser Strategie ist es, mögliche Gemeinsamkeiten zwischen Sozialdemokraten und Liberalen auszuloten. So hatte Beck erst vorvergangene Woche Westerwelle in der rheinland-pfälzischen Landesvertretung getroffen. Die FDP hingegen reagiert skeptisch auf die Charmeoffensive der SPD. Westerwelle schließt zwar mittlerweile eine Ampelkoalition nicht mehr kategorisch aus, aber er bevorzugt weiterhin ein Bündnis mit der Union und möchte andere Signale vermeiden. Verärgert reagierte Westerwelle deshalb intern auf das Bekanntwerden seines Treffens mit SPD-Chef Beck ("Das haben die Sozialdemokraten publik gemacht, bei uns wussten nicht mal die Sicherheitsleute, wohin es ging"). Auch auf Fraktionsebene geben sich die Liberalen zurzeit eher reserviert. Während die Sozialdemokraten auf ein erneutes rot-gelbes Parlamentariertreffen drängen, bremsen die Liberalen: "Die SPD nutzt solche Treffen zu stark zur Medieninszenierung", sagt der FDP-Abgeordnete Michael Kauch.