Bundesregierung will Freier von Zwangsprostituierten massiv bestrafen - DER SPIEGEL
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Bundesregierung will Freier von Zwangsprostituierten massiv bestrafen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Große Koalition will die Kunden von Zwangsprostituierten mit hohen Haftstrafen abschrecken. Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat dafür in ihrem Haus einen Diskussionsentwurf erarbeiten lassen: Wer jemanden unter "Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist", sexuell missbraucht, soll künftig mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren belangt werden können, heißt es in dem Papier. Rechtspolitikern der Union geht der Entwurf sogar noch nicht weit genug. Der Bundestagsabgeordnete Siegfried Kauder (CDU) will Freier schon dann bestrafen können, wenn sie "leichtfertig nicht erkennen", dass sie es mit einer Zwangsprostituierten zu tun haben: Wer etwa blaue Flecken bei einer solchen Hure ignoriert, müsste mit Strafe rechnen. In der Bevölkerung gibt es großen Rückhalt für drakonische Maßnahmen: 73 Prozent der Befragten haben sich bei einer SPIEGEL-Umfrage dafür ausgesprochen, Freier von Zwangsprostituierten zu bestrafen.