Pharmakontrolleur berät Pharmakonzerne
Dem auf Initiative der Bundesregierung gegründeten Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (Iqwig) droht Ärger wegen der Nebengeschäfte eines ihrer führenden Wissenschaftler. Jaime Caro, der Vorsitzende des internationalen Iqwig-Expertengremiums, bietet sich gegenüber zahlungsbereiten Pharmaunternehmen als Berater an. Um die "deutsche Herausforderung" zu meistern, sei "saubere Vorbereitung" vonnöten, heißt es in einer an Pharmamanager verschickten E-Mail der US-Beratungsfirma United Biosource Corporation, bei der Caro in leitender Position tätig ist. Tatsächlich hängt von der Bewertung des Iqwig maßgeblich ab, ob die Krankenkassen ein Medikament bezahlen oder nicht. Die Methode zur Kosten- und Nutzenbewertung wiederum geht auf das von Caro geleitete Expertengremium zurück. Kritik an Caros Doppelfunktion übt der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA). "Die Verquickung von einem gesetzlichen Auftrag und der Nutzung eines daraus resultierenden Wissensmonopols zu Geschäftszwecken halten wir für ungewöhnlich" heißt es in einem VFA-Schreiben.